Coburg Tipps – ein Wochenende in der Vestestadt

Schloss Ehrenburg
[ Werbung ohne Auftrag, weil Verlinkungen. Die Reise und alles drum rum hab ich selbst bezahlt ]

Wenn ihr einen Wochenend-Trip innerhalb Deutschland plant, denkt ihr dann direkt an Coburg? Nein? Ich eigentlich auch nicht, aber dank meiner Freunde landete die fränkische Stadt auf meinem Radar und das völlig zu recht. Und hier sind nun meine Coburg Tipps, falls ihr mal ein Wochenende oder einen Tag in der Stadt seid.

Zunächst einmal haben wir uns das COBook gegönnt, direkt in der Touristeninformation. Mit diesem darf man für 15.90 € pro Person vieles was auf unserer Liste stand kostenlos besichtigen und es gibt auch noch ein paar weitere Goodies darin. Schaut also gern, ob sich das nicht auch für euch lohnt, anstatt direkt immer Eintritt zu bezahlen.
Adresse Touristeninformation: Herrngasse 4, 96450 Coburg (Webseite)

Die Altstadt von Coburg mit Schloss Ehrenburg

Um einen Eindruck von der Stadt zu bekommen, mag ich es immer gerne, eine Stadtführung zu machen. Mit unserem Booklet war die 1 1/2 Stunden Führung mit dabei, die täglich von April bis Oktober um 11 und 14 Uhr stattfindet. Starten tut man direkt in der Herrengasse vor der Touristeninformation und damit nur ein paar Schritte vom Marktplatz entfernt. Man macht eine kleine Runde zu historische interessanten Plätzen, wie Stadtturm, der Stadtkirche St. Moritz und dem Rathaus.

In der Führung haben sich dann auch gleich eine unserer Fragen geklärt. Was hat es mit dem Mohr auf den Kanaldeckeln auf sich? Hier handelt es sich nämlich um den Kopf des heiligen Mauritius, der wiederum ist Coburgs Schutzpatron. Und was seit 1323 so ist, wollen die Coburger auch heute nicht ändern. Denn diese Darstellung des Mohrs brachte der Stadt schon den ein anderen Shitstorm ins Haus.

Zum Ende der Führung hin sieht man auch das erste Mal das Stadtschloss. Schloss Ehrenburg entstand aus einem alten Franziskanerkloster und sollte mehr Nähe zum Volk bringen, als der bis dahin Herrschaftssitz der Herzöge von Sachsen-Coburg.

Von außen erinnert das Schloss sehr an Windsor-Castle oder Downton Abbey fand ich. Und der englische Stil war durchaus beabsichtigt. In den Innenräumen sind leider keine Fotos erlaubt, hier ist alles aber sehr prunkvoll. Wer das Schloss besichtigen möchte, muss darauf achten, dass dies nur mit Führung möglich ist. In der Führung erfährt man aber wissenswertes über die Familie der Herzöge, ihre Heiratspolitik und die Geschichte des Baus inklusive einem Besuch in der schlosseigenen Kapelle, wo man auch heute noch heiraten kann.
Adresse: Schloßpl. 1, 96450 Coburg (mehr auf der Webseite der Bayerischen Schlösserverwaltung)

Die Krone Frankens – Veste Coburg

Über Coburg thront eine Veste, bei 34 Grad dort hochzulaufen erschien mir aber nun weniger erstrebenswert als diese zu besichtigen. Coburg sei dank gibt es aber eine kleine Bahn, die für 3,50 € einfache Fahrt oder 5 € direkt von der Herrengasse aus die Wegstrecke mit einem zurück legt.

An der Veste Coburg angekommen hat man dann auch einen guten Blick auf die Stadt und ins Umland. Eigentlich wären wir gern auf einer der Bänke gesessen und hätten ein wenig in die Ferne geschaut. Aber wer nur 2 Tage Zeit hat und einiges sehen will, der muss sich sputen. Also schnell einen Booklet Schnipsel getauscht und das innere der Veste erkundet. Ich kam übrigens mit der Deutschen Bahn nach Coburg und schon auf dem Bahnsteig ist die Veste nicht zu übersehen.

Adresse der Veste Coburg: Veste Coburg 1, 96450 Coburg (Webseite)

Coburg Tipps fürs außerhalb – Schloss Rosenau und Schloss Callenberg

Coburg hat echt so ein Ding mit Schlössern, haben wir in der Stadt schon Schloss Ehrenburg und die Veste gesehen, finden sich etwas außerhalb weitere Kleinode.

Schloss Rosenau gilt als Lieblingsschloss von Queen Victoria, ich konnte das gut verstehen. Es liegt sehr ländlich, ruhig und ist überschaubar klein. Wie eine kleine Rückzugsblase. Kurios fand ich: Nach dem Krieg war es eine Weile ein Altenheim, bevor es wieder renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Fotos innen sind leider auch hier nicht erlaubt. Aber wir hatten das Glück, dass wir quasi eine Privatführung bekommen haben, weil zur letzten Führung des Tages um 17 Uhr niemand mehr ausser uns vor Ort war. Irgendwie cool ganz allein im Schloss zu sein. Ohne Führung darf das Schloss übrigens nicht besichtigt werden.
Adresse Schloss Rosenau: Rosenau 1, 96472 Rödental (Webseite)

Ein Schloss musste ich leider persönlich auslassen, da hat die Erschöpfung zugeschlagen. Aber mir wurde natürlich (auch fotografisch) berichtet und darum dürft ihr auch einen Blick auf dieses werfen.

Schloss Callenberg gehört auch heute noch der Herzogfamilie, besuchen darf man das Jagdschloss dennoch, auch wenn es im Privatbesitz ist. Es steht ein wenig erhöht und bietet damit einen tollen Blick ins Umland und beherbergt ein Schützenmuseum.
Adresse Schloss Callenberg: Callenberg 1, 96450 Coburg (Webseite)

Coburg Tipps zu Spezialitäten und Co.

Auch nicht entgehen lassen wollten wir uns natürlich stadtansässige Leckereien. Und was wären meine Coburg Tipps ohne Essen?! So haben wir unter anderem der Feinbäckerei Feyler einen Besuch abgestattet. Die Manufaktur ist berühmt für ihre Coburger Schmätzchen. Und dieses Honiggebäck stammt ab von mittelalterlichen Gewürzplätzchen und kommt damit den Lebkuchen recht nahe. Schmeckt nach Weihnachten, mag ich persönlich sehr gern. Seit 1892 gibt es die Bäckerei mittlerweile schon. Also schmeckt es wohl auch anderen, was dort so hergestellt wird.
Adresse Feinbäckerei Feyler: Rosengasse 6-8, 96450 Coburg (Webseite)

Nur wenige Meter von der Bäckerei entfernt auf dem Marktplatz findet man ein weiteres traditionsreiches Haus. Die Hofapotheke. Das Gemäuer selbst ist über 460 Jahre alt, eine der ältesten Apotheken in Deutschland und neben allem rund um die Gesundheit gibt es dort einen besonderen Kräuterlikör zu erwerben. Natürlich konnte ich da nicht widerstehen und ein Hoflikör reiste später mit mir in die Heimat.
Adresse Hofapotheke: Am Markt 15, 96450 Coburg (Webseite)

Allein der Coburger Bratwurst konnte ich persönlich nichts abgewinnen. Die kann man direkt auf dem Marktplatz am Büdchen kaufen. Gebraten wird sie über Kiefernadeln und bekommt so einen recht intensiven Geschmack. Witzig fand ich, dass die Semmel hier nicht quer aufgeschnitten wird. Sondern einfach oben einen Schlitz bekommt, in dem dann die Bratwurst landet. (und ja ich hab das Foto vergessen!!!)

Wer viel durch die Stadt wandert und guckt, muss natürlich auch mal mehr essen als eine Bratwurst. Dafür waren wir einmal im Brauhaus zu Coburg – wo man uns leider erstmal vergessen hat. Auf Nachfrage wurden wir verhungernden Reisenden, dann aber recht prompt versorgt. Besser erging es trotzdem im The Hungry Highlander, also wäre dies mehr mein Tipp. Hier saßen wir gemütlich im Biergarten im Innenhof und haben lecker gegessen. Toll fand ich auch, dass man viele Speisen direkt als kleine Portionen und günstiger bestellen konnte. So kann man mehr probieren.
Adresse Brauhaus zu Coburg: Nägleinsgasse 4, 96450 Coburg (Webseite)
Adresse The Hungry Highlander: Steingasse 11, 96450 Coburg
(Webseite)

Anekdoten und zusätzlich Interessantes über Coburg

Johann Strauss, der Walzerkönig himself, war einmal Coburger. Allerdings nur, um eine Scheidung von seiner ersten Frau zu erreichen und seine geliebte Adele heiraten zu können. Danach war er pfeilschnell wieder aus Coburg verschwunden und wurde nie wieder gesehen.

Als Martin Luther sich in Reichsacht und damit Lebensgefahr befand, fand er 5 Monate Zuflucht in der Veste Coburg. Gesundheitlich gings da ein wenig bergab mit ihm, was man aber durchaus seiner ungesunden Ernährung zuschreiben kann. Auch in der Stadtkirche hat er während seinem Aufenthalt in Coburg gepredigt.

Bei Stiftungsfest des Gymnasium Casimirianum ehrt die Schule ihren Stifter und dekoriert die steinerne Figur an der Hausseite mit Kränzen. Wichtig dabei eine Leiter, denn Johann Casimir steht hoch an der Ecke des Renaissancegebäudes.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist wohl Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Er heiratete seine Cousine Queen Victoria von England. Und was sonst oft eher eine Zweckgemeinschaft war bei adeliger Heiratspolitik war bei diesen beiden wohl wahre Liebe. Leider verstarb Albert sehr früh und Victoria zog sich danach so weit wie möglich aus der Öffentlichkeit zurück und trug nur noch schwarze Kleider.

Coburg wäre Thüringen fast näher als Bayern von Land und Leuten her. Aber mit einer Volksabstimmung entschied eine Mehrheit von 81%, dass Coburg bayerisch werden soll.


So, das war es dann für heute! Ich hoffe ihr hattet ein wenig Spaß auf unserer virtuellen Reise und mit meinen Coburg Tipps. Und vielleicht war ja der ein oder andere von euch schon einmal dort und kann mir berichten was ihm/ihr besonders gut gefallen hat und was ich vielleicht verpasst habe.

Comments · 17

  1. Danke für die virtuelle Reise. Ein Ort mit wunderschönen Ecken offenbar. Ich hätte Die nicht einmal sagen können, in welchem Bundesland Coburg liegt – hätte eher auf NRW getippt … so viel zum Thema Deutschlandwissen und mal wieder ein weiteres Argument, Urlaub in Deutschland anstatt in der Ferne zu machen.

    1. Ach ich weiß sowas auch nie. Außer ich war mal vor Ort, dann merk ich es mir ein wenig. Sonst bin ich eine totale null bei Bundesländern und co.

  2. Coburg ist toll, ich war auch schon dort. Allerdings nur 1 Tag. Wir haben eine Freundin die dort lebt, mit ihr waren wir in der Veste. Ich weiß noch wie ehrfürchtig ich den Hedwigsbecher aus dem 11. Jahrhundert betrachtet habe, der dort auch wohnt.
    Es war toll mit Dir virtuell noch viel mehr zu entdecken und Coburg ist wirklich eine Reise wert. Ihr habt viel angeschaut und ich wäre wohl vorher schon erschöpft gewesen.Bei Hitze sowieso. Tapfere Ela.
    Liebe Grüße Tina

    1. Ja mit Hitze kann ich ja sehr schlecht umgehen. Das schlaucht mich quasi schon beim aufstehen. Die Veste war wirklich ein Sammelsurium an tollen, beeindruckenden Dingen. Da hätte man allein einen Tag bleiben können

  3. Hallo und guten Tag, Ela

    toll wie Du alles Besondere in Coburg auf den Punkt und anschaulich mit Fotos unterlegt hast.
    War selber im Juni dort….
    Das Schloss Ehrenburg mit der Führung sollte Frau/Mann sich auf alle Fälle antuen..der Schlossfüherer hat nett und anschaulich von den Tücken und Befindlichkeiten dieser Zeit erzählt…augenzwickern…
    Sonst die Innenstadt lädt zum Bummel und Shoppen ein….auch das Palmenhaus im Rosengarten ist einen Abstecher wert….einfach Erholung pur..

    Die Coburger Bratwurst hat mir persönlich sehr gut geschmeckt…das Coburger Schmätzchen eher nicht so….hm…nun ja ich wohne auch in der Nähe von Nürnberg….da weiß ich einen guten Lebkuchen eher zu schätzen…als wohl diese Mischung…grins..
    Sonst ist Coburg auch die Stadt der Bäckerei /Konditorei überall gibt es Cafes oder locken Bäcker mit süßen Auslagen..

    LG..Karin..

    LG…Karin..

    1. Ach schau, das Palmenhaus hab ich gleich gar nicht gekannt. Was fürs nächste mal oder? Die Zeit ging ja so schnell vorbei.
      Echte Lebkuchen sind schon ein richtiges Schmankerl, ich freu mich auch immer auf die Zeit wo man sie einfach bekommt.

  4. Das glaube ich wohl, das Coburg ein kleines feines Städtchen ist.
    Ich habe von 1.12.1989 an der BayBFH in Hof studiert. Nach Coburg habe ich es leider nicht geschafft. Sieht auf falle Fälle nach einer tollen, fränkischen Stadt aus.
    In Würzburg war ich allerdings schon ein paar Mal und auch in Nürnberg.
    BG Sunny

    1. Klein und fein trifft es recht gut. Man kann schön alles per Fuß erreichen. Und sowas mag ich gern. Man nimmt den stress gleich so raus, wenn man schlendert. Würzburg und Nürnberg fand ich auch sehr interessant.

  5. Schöner Bericht liebe Ela. Ich selbst war noch nicht in Coburg. Aber beim Hungry Highlander würde es mir bestimmt gefallen. Ich hasse nichts mehr, als auf Essen zu warten. Vor allem wenn ich hungrig bin und der Magen schon in den Kniekehlen hängt. Letztendlich war es anscheinend ein schöner Trip.

    Liebe Grüße
    Sabine

  6. Der Beitrag ist wirklich sehr schön, interessant und hilfreich danke an dieser Stelle!!! Ich kenne Coburg nicht und sehe, dass ich viel verpasst habe, die Stadt ist voller Geschichte, wie ich mag, und sehr interessant.
    Das ist immer toll, die Schönheiten im eigenen Land zu erkunden. Danke für diese schöne Reiseempfehlung!
    Liebe Grüße,
    Claudia

    1. Schön, wenn Coburg dann ein wenig in deinen Fokus gerückt ist und ja diese berühmt berüchtigte Versicherung ist mir auch über den Weg gelaufen!

    1. Ich sag immer gern ich kenne die Orte um mich herum am allerwenigsten. Früher hat es mich nämlich immer möglichst weit weg gezogen. Coburg würde ich auf jeden Fall empfehlen.

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